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| Berchtolsgadner Deutsche | |
Trompeterl, Trommel, Pfeiferl, Kuckuck, Ratsche,

Wasserpfeiferl


Meisenpfeiferl, Windmaschine
Zunächst die historische Ortsangabe:
„Bertholdsgaden ist ein Marcktfleck nebst einer Abtey in Bayren, nahe an der Saltzburger Gränze gelegen, alwo allerhand Schnitzelwerck, und kleine Musicalische Instrumente vor die Kinder aus Holtz verfertigt werden."
Das schwierigste Instrument ist die Trompete:
die Empfehlung aus vergangenen Jahrhunderten ist sicher richtig, daß "... die Trompette entweder ein Trompetter oder ein Waldhornist blaßen und das Mundstück in den Mund nehmen und so versuchen müsse durch das gehör immerfort den hochen Ton des Guckkuchs, welcher der G Ton ist, zu blaßen”.
Aus denselben Noten wie der Trompeter soll auch der Trommler
seinen Part übernehmen, sofern es nicht für ihn eigene Noten gibt.
Eindeutige Verwendung läßt sich für die Ratsche
finden, nur diese auch im richtigen Rhythmus zu spielen, bedarf einiger Übung.
Für den Ruf des Kuckucks läßt sich leicht eine entsprechende Flöte verwenden, in der historischen Beschreibung allerdings werden Kuckucksmaschinen genannt, das sind zwei Pfeifen, versehen mit einem Wechselblasebalg.
"Die Nachteule wird über das einwendige Pfeifellöcherl mit Wasser angegossen, aber nicht ganz und gar voll und muß starck geblasen werden, durch die aufwallende kleine Bewegung des Wassers wid der Glanck zwifach und kniricht.
Das Pfeiferl findet nicht nur musikalisch eine vielfache Verwendung, jeder ist in der Lage, damit zu spielen, und schon Leopold Mozart berichtet: „das Pferd hat ein Pfeifferl im Arsch".
Während man mit diesem Instrumentarium auskommt, um die Kindersinfonie aufführen zu können, benötigt man für die

noch weitere Instrumente:
Mit dem "Meisenpfeiferl" zwitschert man wie ein Vogerl, im Grunde eine normale Flöte nur mit einem Kolben versehen, um Glissandos erzeugen zu können.
Wesentlich schwieriger fällt die Interpretation von Windmühle, Leier, Zimbelstern und Orgel. Die Art der Verwendung läßt Freiraum für vieles. Vielleicht steckt auch ein sozialer Grund dahinter, Kinder mitspielen zu lassen, die - ohne hörbaren Schaden anzurichten - sehen, daß sich etwas bewegt.